Die nächste Konferenz wird vom 13. – 15. Oktober 2020 in München stattfinden.

2013 Mainz – Tagungsprotokoll

1. Tag – 5. November 2013

Roman Becker, Betriebsratsvorsitzender der Stadtwerke Mainz Netze GmbH begrüßte die rund 100 Teilnehmer der Konferenz. Er verwies auf den berühmten Sohn der Stadt, den Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg. Er hoffe, dass trotz des straffen Programms einmal die Möglichkeit besteht, sich Mainz anzuschauen. Als Einstieg haben ja die Gastgeber eine Stadtführung organisiert. Anschließend wünschte er den Teilnehmern eine erfolgreiche Konferenz!

Nun begrüßte Mario Rosso, Betriebsrat der Stadtwerke Mainz Netze GmbH und Mitglied des SAP/NT-Arbeitskreises die Kolleginnen und Kollegen aus rund 50 Unternehmen der Versorgungs- und Verkehrsbranche. Er hoffe, dass im Verlauf der Konferenz ein reger Erfahrungsaustausch stattfindet und viele neue Erkenntnisse mit nach Hause genommen werden können. Dann begrüßte er die Gastredner und den Moderator der Konferenz, Uli Röhm, bekannt vom ZDF-Verbrauchermagazin „WISO“. Gemeinsam mit Roman Becker gab er einen kurzen Überblick über die Holding mit insgesamt 42 Gesellschaften. Erneuerbare Energien haben sich durchgesetzt und sorgen für einen weiteren Wandel in der Branche Versorgung. Viele Gaskraftwerke in Deutschland stehen z.Zt. still, dass in Mainz ist noch bis Ende 2014 in Betrieb. Auch die sozialen Medien sind weiter auf dem Vormarsch, dort ist u.a. sehr interessant, gibt es Regelungen in den Unternehmen im Umgang mit sozialen Netzwerken. Am Ende freue man sich, dass in Mainz wieder Züge halten damit alle wohlbehalten angekommen sind.

Als erster Gastredner erhielt Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz das Wort. Er ging am Anfang auch noch einmal auf Johannes Gutenberg und die erste gedruckte Bibel mit 42 Zeilen ein. Die Mainzer sind ein lebenslustiges Völkchen, nicht nur die Fastnacht ist ein Grund zum Feiern, Stadt und Umgebung sind auch eine Hochburg des Weinanbaus und da gibt es immer einen Grund gemütlich zusammen zu sitzen. Mainz ist auch eine Universitätsstadt, 40.000 Studierende wohnen hier.

Anschließend ging er auf die wirtschaftliche Situation der Kommunen ein, die Aufgaben werden immer größer. So soll z.B. das Straßenbahnnetz erweitert werden, u.a. um eine Strecke zum Lerchenberg, was insgesamt rund 100 Mio. € kosten wird. Diese und andere Prozesse können nur gemeinsam mit BR und Arbeitgeber gesteuert werden, nur so geht es voran, gleichzeitig dankte er den BR für die bisher geleistete Arbeit. Voraussetzung für eine weitere erfolgreiche Zukunft ist ein enger Konsens zwischen Unternehmensleitung, der Belegschaft und deren Interessenvertreter. Mit Sorge sehe er den manchmal leichtfertigen Umgang in sozialen Netzwerken, führte er weiter aus, um den Bogen zur Konferenz zurück zu schlagen. Krank durch NT sei ein neues Phänomen, das kann zum Unheil für die Beschäftigten werden. Die Lebensarbeitszeit wird noch weiter nach oben gehen, das ist auch eine neue Herausforderung im IT-Bereich für ältere Kolleginnen und Kollegen. Zum Schluss wünschte er der Konferenz einen erfolgreichen Verlauf und schöne Tage in Mainz.

Mithun Basu, Geschäftsführer der Stadtwerke Netze GmbH, war es vorbehalten die Teilnehmer der Konferenz als letzter Gastredner ganz herzlich zu begrüßen.

1988 fand die erste Konferenz statt und er freue sich, dass nach 2004 Mainz zum zweiten Mal Gastgeber sein darf.

Im Unternehmen sind 1400 Mitarbeiter beschäftigt ( Strom, Gas, Wasser ).

70 Jahre seien vergangen, das der damalige IBM-Vorstand Thomas Watson 1943 gesagt haben soll ,,Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird“. Schauen wir uns die Welt heute an, teilweise hat heute eine Person fünf Computer (Tablet, Smartphone, Navi, Laptop, stationärer PC etc.). Clouds sind heute eine Selbstverständlichkeit. Ist das alles nun Fluch oder Segen?

In den Unternehmen wächst heutzutage immer mehr der Druck durch ständige Regulierung (Strom, Verkehr usw.), dadurch sind die Beschäftigten immer mehr Belastungen ausgesetzt. Die IT muss zum Vorteil genutzt werden, dazu ist aber ein ständiger Dialog zwischen Unternehmen und BR notwendig, der Gedankenaustausch ist ganz wichtig! Abschließend wünschte er allen Teilnehmern eine erfolgreiche und interessante Konferenz.

Nun gab Uwe Herzog, Sprecher des SAP – Arbeitskreises, den Rechenschaftsbericht des AK bekannt. → Vortrag
Vorher begrüßte er aber alle Teilnehmer ebenfalls auf das herzlichste. Er dankte den Stadtwerken Mainz für die Ausrichtung der Konferenz und hob hervor, wie auch diese 26. Konferenz ohne jegliche professionelle Hilfe von den Beteiligten vorbereitet und ausgerichtet wurde und wird. Starker Beifall unterstützte seine Worte.

Als erstes referierte Thomas Scheidt, Stadtwerke Mainz, tätig in der Revision und direkt dem Vorstand unterstellt, zum Thema „Compliance im Betrieb“→ Vortrag
Wichtig für Ihn sei von Anfang an die Zusammenarbeit mit dem BR und das es einen Verhaltenskodex gibt.

Nach der ersten Kaffeepause war Jochen Brandt, freiberuflicher Berater, mit dem Thema „Mitarbeiterüberwachung in Verbindung mit Ortung“ an der Reihe. → Vortrag
Auf die Frage aus dem Plenum, was für Aufträge interessanter sind, die von Unternehmen oder von Betriebsräten, sagte er eindeutig die von BR. Als zertifizierter Datenschützer habe er gewisse Bauchschmerzen, das die ausgereichten Teilnehmerlisten samt E-Mail-Adressen in die falsche Hände kommen könnten (Geschäftsführer oder OB).

Schnell war der erste Konferenztag zu Ende und man freute sich auf die Abendveranstaltung in der Kellerei Kupferberg im Graf Bismarck-Saal. Dort wurde in stimmungsvoller Atmosphäre ein hervorragendes Buffet angeboten, umrahmt von einem fantastischen Künstler Tobias Mann, der ein super Programm dargeboten hat und zu Recht nicht ohne Zugabe gehen gelassen wurde.

 

2. Tag – 6. November 2013

Mario Rosso gab einige organisatorische Informationen und dann konnte der zweite Tag mit einem Referat von Dipl.Ing Karl-Heinz Sauter, zum Thema „Remotezugänge – Veränderung der Arbeitszeit und Arbeitsplätze“ beginnen. → Vortrag

Nachdem man sich in der Kaffeepause gestärkt hatte, war nun die MAINIS IT-Service GmbH, Jens Mösinger und Andreas Friedel, an der Reihe um in schauspielerischer Form das Thema „Arbeitnehmer 2.0 – Kontrollpotenzial und Gefahren im sozialen Netzwerk“ zu präsentieren. Das gelang in Perfektion und man konnte schon Angst bekommen, was ein Arbeitgeber über einen Arbeitnehmer herausbekommen kann, hier natürlich in einer fiktiven Variante vorgestellt. Hoffen wir nur, dass sich kein Admin, wie im Beitrag dargestellt, zu so etwas missbrauchen lässt!

Vor der Mittagspause konnten sich die Teilnehmer aus drei Foren eines aussuchen, die Protokolle dazu finden sie unter Foren.

Über 60 Kolleginnen und Kollegen nutzten am Nachmittag die Möglichkeit einer Stadtführung, leider spielte gerade während dieser Zeit das Wetter überhaupt nicht mit, aber dafür konnte ja nun wirklich niemand.

Abends ging es dann mit Bussen zum Hofgut „Laubenheimer Höhe“, wo  bei hervorragenden Essen und Programm schon einmal die ersten Erfahrungen über das bisher gehörte ausgetauscht wurden.

 

3. Tag – 7. November 2013

Jetzt war also schon der letzte Tag wieder angebrochen, die Zeit war wie im Flug vergangen. Mario Rosso gab die letzten organisatorischen Informationen und dann war es Katharina Just, TBS NRW, vorbehalten das letzte Referat der 26.Konferenz zu halten. Thema war „ Krank durch neue Technologien “.→ Vortrag
Zuvor gab es noch die Frage, ob die TBS in ganz Deutschland tätig sei, was von der Referentin aber verneint wurde, man arbeite aber daran.

Zu diesem Thema gab es zum Abschluss der Konferenz wieder einmal auf Wunsch der Teilnehmer eine  Podiumsdiskussion mit folgenden Teilnehmern:
Katharina Just (KJ) – TBS NRW, Jochen Brandt (JB) – Freier Berater „Brandtschutz“,
Roman Becker (RB) – BR SWM, Detlev Höhne (DH) – Vorstand SWM
Der vorgesehene Gast Michael Hartmann, MdB, war wegen der Koalitionsverhandlungen leider verhindert. Moderation: Uli Röhm (UR) – ZDF

Abkürzungen hinter dem Namen für folgende Podiumsdiskussion.

UR stellte die Podiumsmitglieder vor und  als erstes die Frage, wie spät darf man abends geschäftlich die Arbeitnehmer anrufen?

DH: Führungsebene immer, sonst ist es ein Tabu.

KJ: Hört sich gut an

RB: Die MA arbeiten von sich aus auch abends, gehen nach Ausstechen wieder für ein, zwei Stunden ins Büro! Über 20.000 Gleitzeitstunden bei MA ist ein Riesenproblem und ganz schwer zu kontrollieren.

JB: In Konzernen, die weltweit agieren ist aber der Druck noch höher als in kommunalen Unternehmen (z.B. in den USA)

KJ: Manche Führungskräfte geben aber auch, aufgrund von Druck, kein gutes Vorbild ab!

DH: Ich habe da eine andere Wahrnehmung, Arbeitszeit ist Führungsarbeit. Vorstände in verschiedenen Konzernen (Siemens, VW) verbieten Telefonate oder E-Mail-Verkehr, das ist Quatsch und ob das in der Realität auch so gehandhabt wird ist fraglich.

RB: Verschiedene Gruppen sind rund um die Uhr besetzt, bei Havarien gibt es auch mal Einsatzzeiten außerhalb der normalen Arbeitszeit, das ist für die MA aber selbstverständlich.

KJ: Es geht nicht um Schichtarbeit, die gibt es schon immer. Der „normale“ MA, um den geht es, ihm muss man auch mal Fehler zugestehen.

RB: Zur Motivation und zum Zeichen der Anerkennung gibt es mal ein 14.Monatsgehalt oder dieses Jahr Verhandlungen über eine Winterjacke.

UR: Was sind Krankmacher?

JB: Sehr oft liegt es an Führungsebenen. Die mittlere Führung ist in einer Sandwichposition, Druck von oben und unten.

DH: Die Branchen müssen verglichen werden, Stadtwerke wissen gar nicht mehr, wie die Probleme gelöst werden sollen!

RB: Leute machen sich selber Druck immer erreichbar zu sein. Für die Gesundheit gibt es von den Stadtwerken viele Angebote (Massagen, Schwimmbad usw.).

DH: Es ist auch eine Generationenfrage, es geht um Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dazu brauchen wir hochqualifizierte Leute.

UR: Ist Burnout bei Stadtwerken ein Fremdwort?

RB: Nein, es gab in den letzten Jahren zwei, drei Fälle wo Leute fertig waren und eine Kur oder sonstige Auszeit brauchten. Wir müssen vorausschauen, um für die nächsten 10 Jahre gute Fachkräfte zu gewinnen. Wissenstransfer ist gefragt!

JB: Mobilität und Flexibilität ist auch eine Belastung, wie viel davon kann ein MA ertragen? Physische Belastungen sind die größten Ursachen bei Krankmeldungen.

KJ: Wenn Krankenstand zu hoch ist, wird Arbeitgeber spätestens dann hoffentlich reagieren!

Uli Röhm schloss die Podiumsdiskussion in der Hoffnung, die Beteiligten zu diesen Thema noch mehr sensibilisiert zu haben.

Mario Rosso bedankte sich bei allen Referenten, Podiumsteilnehmern für die Diskussion. Zum Abschluss der Konferenz sagte er auch noch einmal Danke schön an alle Helfer, Techniker und das Hotel. Die Konferenz hat trotz allen Stresses sehr viel Spaß gemacht.

Nun trat noch einmal Peter Lindner – Sprecher des AK, nach vorn, um mit etwas Wehmut Rüdiger Steinig aus dem Arbeitskreis zu verabschieden. Rüdiger geht in Altersteilzeit und steht so leider dem Arbeitskreis nicht mehr zur Verfügung.

Zum Abschluss der Konferenz verabschiedete Uwe Herzog – Sprecher des Arbeitskreises alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und lud zur 27. SAP/NT – Konferenz vom 25.11.2014 – 27.11.2014 nach Bremerhaven ein.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke Mainz für die sehr guten Arbeitsbedingungen.

Zum Schluss noch zwei Anliegen, bitte gebt mir eine Rückmeldung, ob wir die Podiumsdiskussion fortführen sollen, meine Kontaktdaten findet Ihr auf unserer Homepage unter Mitglieder des Arbeitskreises. Zweitens bittet der Arbeitskreis zur nächsten Konferenz Unterhaltungen während der Referate zu unterlassen, das ist nicht nur respektlos gegenüber den Referenten, sondern auch unfair gegenüber der großen Mehrheit, die die Beiträge hören wollen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins Jahr der Betriebsratswahlen und das wir uns gesund in Bremerhaven wiedersehen!

 

Uwe Herzog

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