Die nächste Konferenz wird vom 13. – 15. Oktober 2020 in München stattfinden.

2001 Osnabrück – Tagungsprotokoll

1. Tag – 23. Oktober 2001

Nachdem bis 14:00 Uhr fast alle TeilnehmerInnen am Tagungsort eingetroffen waren, sich am bereitstehenden Imbiss schon gestärkt hatten und schon die ersten Gespräche austauschten, begrüßte Rainer Lammers, Betriebsratsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück AG alle Anwesenden auf das herzlichste!

Fast 100 TeinehmerInnen aus fast 50 Unternehmen bundesweit bedeuteten die Einstellung des Teilnehmerrekordes und das mache Ihn als Ausrichter der Konferenz sehr stolz, betonte Rainer Lammers.

Leider glänzte wieder einmal trotz rechtzeitiger Einladung die Gewerkschaft durch Abwesenheit, doch dazu noch etwas später.

Nun war es an der Zeit, das alle TeilnehmerInnen durch den Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück und Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke Osnabrück AG, Herrn Hans-Jürgen Fip herzlich begrüßt wurden.
Er verwies mit Stolz darauf, das die Stadtwerke Osnabrück im bundesweiten Vergleich mit zur Spitze zählen und die Preise ebenfalls im Vergleich sehr niedrig sind!
Als 100% ige Tochter der Stadt ist es nicht die Philosophie des Unternehmens, bei notwendigen Kosteneinsparungen dem kleinen Mann in die Tasche zu greifen!

SAP ist ein wichtiges Thema für Unternehmen der öffentlichen Hand, da ja diese Software längst Monopolcharakter besitzt.

Dann ging Hans-Jürgen Fip noch ein wenig auf die Geschichte der Stadt Osnabrück ein, die im Jahr 1981 schon 1250 Jahre alt wurde. Er stellte kurz den berühmten Sohn der Stadt, Erich Maria Remarque, sowie den Maler Felix Nußbaum vor.
Besonders stolz sind die Bürger auf die Bezeichnung Friedensstadt Osnabrück, was in Kürze noch eine weitere Steigerung erfährt, denn Osnabrück wird Sitz der Stiftung Friedensforschung, das haben Bundesregierung und Bundestag beschlossen!

In der Präambel der Stiftung steht: „Diese Stiftung ist der Beitrag für den Erhalt des Friedens in der Welt!“, darauf ist man in der Osnabrück sehr stolz und diese Friedenshaltung wird auch schon in der Stadt gelebt, so gibt es sechs Mal im Jahr Friedensgespräche mit Prominenten und Bürgern der Stadt, am 24., also morgen, ist der ehemalige langjährige Außenminister der BRD, Hans-Dietrich Genscher zu Friedensgeprächen in der Stadt.

Zum Abschluß wünschte Hans-Jürgen Fip der Konferenz einen erfolgreichen Verlauf und den TeilnehmerInnen angenehme Tage in Osnabrück!

Nach dem Oberbürgermeister war es nun Klaus Spiller, Vorstandsvorsitzender der

Stadtwerke Osnabrück AG, der alle TeilnehmerInnenn der Konferenz herzlich begrüßte .Er verwies auf die Einheit zwischen Stadt und Stadtwerke, wo der Betriebsrat mit einbezogen ist, was ein Grund für die Stärke des Unternehmens ist.
Osnabrück hat 165.000 Einwohner, die ordentlich versorgt werden wollen.
Die Stadtwerke betreuen die Bereiche Strom, Gas, Wasser, Verkehr und den Hafen.

Eine Eisenbahngesellschaft, die sehr gut geht und Geld bringt wurde gegründet und ab dem 01.01.2001 gehört auch die Stadtentwässerung zu den Osnabrücker Stadtwerken.
Dort sind ca. 850 – 900 MitarbeiterInnen beschäftigt und die Probleme sind wie überall die gleichen. Drohende Wolken im Verkehrsbereich ziehen auf, wenn man nach Brüssel zur Europäischen Union schaut.

Entscheidend bei Problemen ist aber der Umgang untereinander und wie man gemeinsam Probleme anpackt.
Die MitarbeiterInnen sind das wichtigste Potential der kommunalen Unternehmen und das darf man nie vergessen!

Der Betriebsrat ist ein wichtiges und notwendigesOrgan in einem Unternehmen, betonte Klaus Spiller zum Abschluß seiner Begrüßung und wünschte nochmals allen einen erfolgreichen Konferenzverlauf.

Rainer Lammers betonte darauf hin das gute Verhältnis zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung, ohne das man sich den ganzen Tag in den Armen liegen muß.

Nun war Rolf Nidrich an der Reihe, einer der beiden Sprecher des

SAP-Arbeitskreises, um den Plenum vorzutragen mit was sich der Arbeitskreis die letzten elf Monate beschäftigt hat!
Außerdem wurde vom Arbeitskreis dem Plenum vorgeschlagen, dem Verdi-Chef Frank Bsirske eine Resolution zu schicken, um endlich Klarheit über das Verhältnis Verdi und SAP-Konferenz zu erhalten!

Diese Resolution wurde im Verlauf der Tagung von denTeilnehmerInnen verabschiedet und unterzeichnet!

Rolf Nidrich dankte dem Vorstand der SWO für die Ausrichtung der 14.Konferenz und betonte, das es heute nicht mehr selbstverständlich für ein Unternehmen ist so eine Veranstaltung durchzuführen.

Nach dem Bericht des Arbeitskreises folgte nun der erste Fachbeitrag zum Thema „Einführung eines Beschwerdemanagements“ von Dirk Stichweh  und Andreas Friedeberg, beide tätig bei der SWB-Enordia AG in Bremen.

Im Anschluß an das Referat standen beide Kollegen den Konferenzteilnehmern noch für Fragen zur Verfügung, diese Beiträge folgen nach dem Bericht des Arbeitskreises und dem Referat zum o.g. Thema.

Wie angekündigt nun die Fragerunde mit den beiden Kollegen aus Bremen.
Frage: Würde sich so ein Programm auch für ein internes Beschwerdemanagement im Zusammenhang mit der Betrachtung von Arbeitsabläufen und Arbeitsbedingungen eignen?
Antwort: Das Projekt sollte am Anfang nicht übernatürlich groß gehalten werden, die internen Beschwerden der Arbeitnehmer sollten in das Projekt mit einfließen, dem Projektleiter muß konkret gesagt werden, was den AN nicht passt . Deshalb sind Gespräche mit AN an vorderster Front sehr wichtig. Einmal im Jahr könnte eine Mitarbeiterbefragung seitens des Unternehmens über alle möglichen Geschäftsprozesse stattfinden.
Den Mitarbeitern muß bewußt werden, das eine Beschwerde auch ein Verbesserungsvorschlag sein kann.

Frage: Gibt es eine anonyme Qualitätskontrolle extern?
Antwort: Ja, Unternehmen machen das, vorab wissen die Mitarbeiter aber das Anfang nächsten Jahres z.B. Festcall stattfindet . Protokolle werden in MA-Besprechung anonym vorgelesen, um zu zeigen, dies oder jenes hätte man so oder so machen können.

Frage: Sind das echte oder fiktive Fälle?
Antwort: Es werden echte Fälle genommen, z.B. Tarifänderungen.

Frage: Wenn externe Firma Kontrollen macht, sehe ich Schwierigkeiten?
Antwort: Es kommt zu keinen Extremfällen, es werden Standardfragen gestellt und es geht nicht darum Mitarbeiter runter zu putzen.

Frage: Wenn ein MA eine Beschwerdebearbeitung hätte besser machen können, was passiert dann
Antwort: Da sind keine Maßnahmen geplant, um einzelne MA anzusprechen, warum er dies oder das unternommen hat. Wir wollen nur gewährleisten, das ein Fall nicht wochenlang rumliegt.

Frage: Werden Kunden an Verbesserungen aus Kundenbeschwerden beteiligt oder informiert?
Antwort: Ja, es erfolgt eine persönliche Rückmeldung an Kunden oder über die Kundenzeitung.

Frage: Ist durch eine BV geregelt, wer z.B. welche Zugriffe hat?
Antwort: Ja, es gibt eine BV, wo in Gruppen ausgewertet werden kann und in Einzelfällen nach Absprache mit dem BR, aber sonst darf auf keinen Fall eine Leistungs- und Verhaltenskontrolle stattfinden!

Frage: Wie ist die Erreichbarkeit der SWB durch Kunden?
Antwort: Nach Auswertung des letzten Jahres besteht Handlungsbedarf, denn die Anrufe inklusive Beschwerden haben sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Frage: Schalten Sie externe Call-Center ein?
Antwort: Nur bei Einführung von neuen Produkten z.B., ansonsten werden normale Kundenanfragen nur mit eigenem Personal bearbeitet.

Nach dieser interessanten Fragerunde ging es erst einmal in die Kaffeepause und es wurde dabei auch schon fleißig diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Als letzter Beitrag des ersten Konferenztages stand nun noch das Thema „Ausgliederung von DV-Abteilungen“ auf dem Programm.
Referent war Dr.jur.Henner Wolter aus Berlin, der zu 80% seiner Tätigkeit über dasThema Ausgliederungen berät.

Rainer Lammers gab dann zum Abschluss des ersten Tages noch einige organisatorische Dinge bekannt und wünschte allen TeilnehmerInnen einen schönen Abend, denn es erwartete uns im Hotelrestaurant noch ein vorzügliches Essen sowie  ein künstlerischer Abend mit der „Cale Copp Company“, der ein voller Erfolg war!

 

2. Tag – 24. Oktober 2001

Nachdem der Abend zuvor viel zu schnell vergangen und die Nacht danach für einige viel zu kurz war, traf man sich pünktlich wie von Betriebsräten gewohnt, um den zweiten Konferenztag in Angriff zu nehmen.

Als erste war Karin Schuler aus Bonn an der Reihe, eine Referentin die nicht zum ersten Male bei der Konferenz dabei war und wieder eine überzeugende Präsentation Ihres Thema´s „Die Rolle der betrieblichen Datenschutzbeauftragten…“ darbieten konnte!
Karin Schuler ist DV-Beraterin und Mitglied in der Deutschen Vereinigung für Datenschutz. Nach Ihren Worten war die Bundesregierung fünf Jahre nicht in der Lage, nach den Vorgaben der EU das Datenschutzgesetz ordnungsgemäß zu verändern bzw. zu novellieren . Man hat in letzter Minute versucht, um Strafzahlungen zu vermeiden, das bestehende BDSG zu novellieren, was dabei rausgekommen ist, wird nur ein Gesetz auf Zeit sein, das in absehbarer Zeit wieder geändert werden wird!
In der jetzigen Form hat sich nicht viel getan, außer in einigen Punkten. Das jetzige Gestz ist eine Verweisorgie auf verschiedene Paragraphen, man bräuchte normalerweise drei bis vier Gesetzesbücher um von Paragraph zu Paragraph zu springen um den Überblick zu behalten . Man sich auch einem veralteten Technikverständnis hingegeben, was sich besonders im § 9 bemerkbar macht!
In weltweit tätigen Konzernen werden z.B. Personenbezogene Daten über Internet oder andere weltweite Netze hin-und hergeschickt, da ist die Sicherheit sehr fraglich!

Nach einer Kaffeepause sprach dann Britta Hulvershorn von der SAP AG aus Walldorf zu Entwicklungstendenzen der SAP AG und Vorstellung einiger Produkte, wie Vertrieb,e-business und e-commerce, zum Plenum.

Anschließend beantwortete Sie noch einige Fragen, z.B. bestätigte Sie, das SAP in seine Produkte verschiedene Sicherheitsstufen eingebaut sind. Auf die Frage ob der BR mehr auf ein Berechtigungskonzept achten muß, bejahte Sie dies eindeutig, da dieses Thema eine zentrale Rolle spielen wird.
Es gab aus dem Plenum Kritik an dem nicht sehr überschaubaren Berechtigungskonzept von SAP und den immer mehr überhand nehmenden Zugriffsrechten. Frau Hulvershorn räumte ein, das das Berechtigungskonzept von SAP wirklich nicht einfach ist, aber man versucht es zu verbessern.

Vor dem Mittagessen folgte nun noch der Vortrag von Torsten Schulz von der TBS Oberhausen zum Thema „Chance oder Risiko für Mitarbeiter/innen“ bei mySAP.com und e-commerce/e-business.

Anschließend gab es die Verteilung der KonferenzteilnehmeInnen auf die vier Foren zu den vorher behandelten Themen.

Nun folgte die Verlesung und einstimmige Verabschiedung der Resolution der Konferenz an den ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske!

Kurz vor dem Essen gab es noch einen Fototermin für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz vor dem Tagungshotel.

Abends um 18.00 Uhr wurde ein Stadtrundgang durchgeführt, wobei man viel Wissenswertes über die Stadt Osnabrück, ihre Geschichte und ihre Menschen erfahren konnte.
Zum gemütlichen Abendessen ging es dann in das „Brauhaus Rampendahl“, wo man an einem hervorragenden Büffet sich den Magen vollschlagen konnte und auch schöngeistige Getränke waren genügend vorhanden. Als kulturelle Umrahmung machte ein Duo aus Osnabrück Musik.
Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend, der von unseren Osnabrücker Freunden, auch den Unsichtbaren im Hindergrund hervorragend ausgestaltet wurde.

Dafür schon jetzt ein großes Danke schön!

 

3. Tag – 25. Oktober 2001

Nun war er also schon wieder gekommen, der letzte Tag der 14. Konferenz und allen war die Zeit wie im Fluge vergangen. Das hatte natürlich verschiedene Gründe, einmal die hervorragende Organisation der Konferenz durch unsere Freunde aus Osnabrück, dem dazugehörenden Rahmenprogramm und nicht zuletzt den interessanten Themen und mehrheitlich guten Referenten für die Tagung.

Vor der abschließenden Podiumsdiskussion, die sich langsam aber sicher zu einem Höhepunkt der Konferenz entwickelt, gab es noch ein letztes Referat zum Thema „Multimedia und Arbeitswelt“, von Dr. Rüdiger Klatt, Mitarbeiter bei der Sozialforschungsstelle Dortmund.
Dieses Thema war gleichzeitig die Gesprächsgrundlage der Podiumsdiskussion.
Dr. Rüdiger Klatt stellte kurz sich und seine Firma vor.
Seit Jahrzehnten gibt es schon die SFS Dortmund, er selbst ist seit zehn Jahren im Forschungsbereich 5 – Neue Medien – tätig. Sein aktuelles Projekt ist das „Wissensmanegement in Netzwerken“. Es zielt auf neue Arbeits- und Beschäftigungsprozesse. Hierzu einige Aussagen:

  • Arbeitsplätze (z.B. Sachbearbeiter im Vertrieb) werden entwertet
  • Arbeitsplätze in der Infoschiene entstehen zwar, aber es fallen auch viele Arbeitsplätze weg (z.B. Automatisierung im technischen Bereich)
  • Früher war man quasi mit seiner Arbeitsstelle verheiratet
  • Heute durch verschiedene Lebensumstände häufiger Arbeitsplatzwechsel
  • Arbeitnehmer und Arbeitnehmervertreter müssen konkurenzfähig qualifiziert werden

Zusammen mit TBS wurde eine Internetplattform geschaffen, wo man verschiedene Umfragen gestartet hat und einige interessante Ergebnisse erzielt hat, wobei diese Umfrage nicht repräsentativ ist. Es gab noch einige Fragen, so ob reine Telearbeit günstig ist oder alternierende.
Zur Zeit gibt kaum reine Telearbeit, es gibt aber die hybride Form der Telearbeit, d.h. Arbeitsplatz im Betrieb und zu Hause, so lautete die Antwort.
Wie soll BR/PR zukünftig auf Telearbeit reagieren, die Chance zur Regelung wurde bei der Novellierung des BetrVG verpaßt. Das sei richtig, die SFS weise schon Jahre darauf hin, das sich Arbeitsstrukturen verändern, aber die Anforderungen der neuen Medien ist in das neue BetrVG nicht übernommen wurden.
Wie seien die Auswirkungen auf den Sozialstaat im Hinblick auf den Generationenvertrag bei immer mehr Microunternehmen, lautete eine weitere Frage.
Es gehe nicht so eindeutig in Richtung Microunternehmen, das ist durch die Gesetzgebung etwas gestoppt wurden.

Podiumsdiskussion zum Thema
„Multimedia und Arbeitswelt, Chancen oder Risiken?“

  • Moderator: Prof. Dr. Felix Osterheider, KOKUS.AG, Osnabrück
  • Teilnehmer: Dr. Rüdiger Klatt – SFS Dortmund, Egon Muthmann – DEW Dortmund – SAP-AK,  Rolf Nidrich – SWB AG – SAP-AK, Walter Duschek – NWS Stuttgart – BR-Vorsitzender

Prof. Dr. F. O.:
1984 sagte die New York Times, das im Jahr 2001 80 % aller Unternehmen im Internet sind, aber nur 14 % wissen warum! Bei KOKOS AG sind 12 Mitarbeiter beschäftigt,deshalb kann ich auch im gewissen Sinne Arbeitgeber spielen.
Die Arbeitswelt ändert sich so schnell heute, es bleibt nichts anderes übrig, als sich dem zu stellen.
Wer heute Zeit hat, ist ein Looser! Jeder muß nach außen verkaufen, er hätte keine Zeit. Der Schuß kann aber auch nach hinten losgehen, weil am Ende nicht mehr unterschieden werden kann, was ist Arbeit oder Show!
Von Angesicht zu Angesicht ist der Mercedes unter den Kommunikationsformen! Das wichtigste Kapital ist das Wissen der Mitarbeiter!
Die meisten Hackerangriffe kommen aus den Unternehmen selbst (frustrierte oder unterforderte MA)!
Wichtig ist Konsens zwischen AG und AN, das die Technik zum Wohle des Unternehmens eingesetzt wird!

E. M.:
In den letzten zwei Tagen habe ich vieles in den Vorträgen und Beiträgen der Konferenz wiedergefunden, was mir seit dem 01.09. als Leiter Kundenbetreuung passiert ist.
Beziehungen untereinander auf Arbeit leiden, so sagen die Kollegen, weil nur noch hin-und hergemailt wird . Die Beziehungen zum Kunden leiden ebenso, deswegen führt man z.B. CRM ein, um das zu verbessern.
Die Frage ist, schafft die neue Technik auch neue Arbeitsplätze, z.Z.ja, da wir auf 68 AP aufgestockt haben von über 20 zum 01.01.2001. Die Technik wurde umgestellt (Warteschleife verkürzt), dadurch haben wir mehr Kundengespräche. Die Technik muß optimal eingesetzt werden, um auch Mitarbeiter zufrieden zu stellen!

Frage an R. N.:
Wenn man nicht selbst vernetzt ist, bekommt man da die Erneuerung der elektronischen Medien überhaupt mit?

R. N.:
Natürlich sehr schwer, das muß man in persönlichen Gesprächen versuchen zu erklären. Es dürfen keine überflüssigen Mail´s hin- und hergeschickt werden, das muß auf Betriebsversammlungen auch immer wieder gesagt werden. Der AN darf nicht immer nur per e-Mail Arbeitsaufträge versenden!

Frage:
Wie ist die Kluft zwischen weiß (Angestellter) und blau (Arbeiter)?

R. N.:
Die Differenzierung zwischen weiß und blau weicht langsam auf!
Im Arbeiterbereich fallen aber mehr Arbeitsplätze weg als Angestelltenbereich, wenn neue Techniken eingesetzt werden. Es geht ja auch nicht so einfach, das Arbeiter ins Angestelltenfach wechseln, dadurch besteht natürlich eine Gefahr der Spaltung!

E. M.:
Bei uns werden gewerbliche AN nach der Ausbildung übernommen, wenn sie keinen Job im gewerblichen Bereich finden.

W. D.:
Egon M. macht es uns schwer, weil er alles selber macht (positiv gemeint).
Papierloses Büro ist genau das Gegenteil, was man sich mal vorgestellt hat, man wird von Papier überschwemmt, weil viele e-Mail´s z.B. ausgedruckt werden. Bestimmte AN sind von Betriebsinfo´s ausgeschlossen, weil vieles (BV´s z.B.) nur noch über Intranet verschickt wird. Hier sind rund 50 Betriebe, von denen kaum einer noch externe einstellt, weil immer mehr Arbeit wegfällt, es trifft aber meistens die Blauhemden!
Der BR ist angetreten um AP zu sichern, es ist Vorsorge zu treffen, das Umlernen und Weiterbildung möglich ist. Außerdem sollte die Rahmenarbeitszeit laut Arbeitszeitgesetz eingehalten werden und für alle und nicht nur für einige gelten.

Gerhard Brillisauer, MAINOVA AG, Frankfurt/Main:
Es gibt Tendenzen, die Arbeit der Arbeiter einzuschränken und Arbeitsaufgaben auf Angestellte zu übertragen. Bei Einführung von R 2 bei der MAINOVA wurden Arbeiter qualifiziert, um am PC zu arbeiten. Die Erfahrung hat gezeigt, es gibt bei den Arbeitern helle Köpfe, die manchen Angestellten etwas vormachen! Gibt es Bereiche, wo man nicht Umschulen kann?

Dr. R. K.:
Die Druckindustrie z.B. wird durch neue Medien revolutioniert. Es gibt gute Erfahrungen Arbeiter umzuschulen, wenn Voraussetzungen vorhanden sind. Im angelernten Bereich gibt es aber große Probleme.

Meinung aus dem Plenum:
Der Arbeiter muß ordentlich eingewiesen und weitergebildet werden. Das müßte doch zu machen sein!

Dr. R. K.
Eine Vertriebsabteilung in einem Unternehmen wurde angeschaut, wie dort die Weiterbildung läuft. Jüngere und männliche MA haben Vorteile beim Einsatz neuer Medien .

Meinung aus dem Plenum:
Es ist eine Budgetfrage, ob man sich Weiterbildung leisten kann. Wenn ein Einstellungsstop herrscht, wo bekomme ich junge MA her für neue Medien, da viele der Kollegen schon um die 50 sind. Da werden z.T. Arbeitsaufträge per e-Mail übersehen, was zur Folge hat, das man nicht gleich 06.00 Uhr in den PC guckt, um 07.00 Uhr auf der Baustelle zu sein. Sind solche Medien überhaupt notwendig?

W. D.:
Neue Medien in Unternehmen sind notwendig, aber zu welchen Zweck? Soweit wie nötig ja, die MA werden sich schon selbst auch schlau machen. Die Altersstruktur ist auch bei uns ein Problem!

Plenum:
Im Unternehmen wurde umstruktuiert, vorher konnte Monteur ins SAP gucken, nach Umstruktuierung wurden geschulte Leute umgesetzt oder entlassen, das ist doch nicht normal! Teilweise Umschulung von gewerblichen AN in ein Call-Center ist zum großen Teil gelungen.  Die Technik muß verstanden werden, Appell an BR/PR sich damit zu beschäftigen, ohne gleich ein SAP-Freak zu werden.

Günter Wassermann, WSW AG:
Stichpunkte: Abspaltung, Outsourcing, weniger Geld für mehr Arbeit, große Belastung für AN.

Frage dazu:
Wie reflektieren die Gewerkschaften die neuen Medien?
MA müssen doch an Umgang mit neuen Medien gewöhnt werden!

Dr. R. K.:
Outsourcing kann auch eine Chance sein, um ein Unternehmen überhaupt noch zu erhalten. Die Gewerkschaften sprechen den neuen Arbeitnehmertyp überhaupt noch nicht an!

Prof. Dr. F. O.:
Aus Unternehmer und Beratersicht sind leider große Zeiten für AG durch neue Medien gekommen. Der klassische 8-Stunden-Tag hat ausgedient, wenn Arbeit da ist, muß sie gemacht werden, bei weniger Arbeit geht man nach Hause. Neue Techniken sind nicht zu bremsen, das müssen auch die Gewerkschaften irgendwann einmal begreifen! Neue Techniken müssen gefördert werden!

Plenum:
Ich glaube, das die neuen Techniken die Arbeitswelt verändern werden, aber auch die Arbeiter haben sich schon in vielen Bereichen angepaßt.

Damit war nun fast der letzte Tagesordnungspunkt abgearbeitet, die drei Tage waren wie im Fluge vergangen und es blieben nur noch ein paar organisatorische Dinge zu klären und natürlich unseren Gastgebern noch einmal ein großes Danke zu sagen für die optimale Organisation der 14. SAP-Betriebs- und Personalrätekonferenz, vor allen Dingen auch allen Helfern Dank zu sagen, die nicht so im Rampenlicht standen, aber im Hintergrund für einen optimalen Ablauf sorgten!

Rolf Nidrich fragte, wer im Jahre 2002 die Konferenz durchführen würde, die Kollegen der DEW Dortmund sagten unter Vorbehalt zu, jetzt aber ist es offiziell, sie werden der Ausrichter der 15. Konferenz im Jahre 2002 vom 05.11.-07.11. sein!

München für das Jahr 2003 und Wiesbaden für das Jahr 2004 stellten sich als Ausrichter der nächsten Konferenz zur Verfügung, natürlich muß das aber erst einmal mit den heimischen Vorständen abschließend geklärt werden.

Der AK wurde auf Antrag erweitert mit Kollegen aus Braunschweig, Hannover und den Berliner Wasserbetrieben.

Das Plenum bestätigte dann den SAP-Arbeitskreis einstimmig bis zur nächsten Konferenz!

Rolf Nidrich dankte nochmals im Namen aller den Osnabrücker Kolleginnen und Kollegen, stellvertretend für alle Renate und Rainer Lammers, sowie nochmals dem Vorstand der SWO für die Finanzierung!

Zum Abschluß hegte man noch einmal die Hoffnung, das ver.di sich meldet, was aber leider bis heute, Anfang 2002, nicht geschehen ist!

Das Schlußwort hatte wie immer der Gastgeber, Rainer Lammers betonte noch einmal, wie schnell die Zeit vergangen ist.
Es war ein wichtiger Erfahrungsaustausch, der einen riesigen Spaß gemacht hat und ungeheuer wichtig für alle Beteiligten war. Denn im Zuge der Globalisierung ist ein bundesweiter Erfahrungsaustausch von allerhöchster Wichtigkeit!
Er wünschte allen eine gute Heimreise und ein gesundes Wiedersehen 2002!

Auch der Protokollant darf sich für die hervorragenden Arbeitsbedingungen bei allen Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke Osnabrück auf das herzlichste bedanken!

Ich bedaure sehr, das es auf Grund organisatorischer und technischer Probleme wieder zu einer verzögerten Auslieferung des Protokoll´s in Schriftform gekommen ist und werde alles tun, damit das Protokoll für die Konferenz 2002 so schnell wie möglich bei euch ist!

 

 

 

 

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