Die nächste Konferenz wird vom 13. – 15. Oktober 2020 in München stattfinden.

2000 Wuppertal – Tagungsprotokoll

Protokoll der 13. SAP-Konferenz für Betriebs – und Personalräte
21. – 23. November 2000 bei der Wuppertaler Stadtwerke AG

Markus Schlomski, Mitglied des Betriebsrates der WSW AG und Mitglied des Bundesarbeitskreises SAP für Betriebs – und Personalräte eröffnete die 13.SAP-Konferenz:
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste, im Namen des Betriebsrates der WSW AG heiße ich Sie zur 13. SAP Betriebs – und Personalrätekonferenz hier in der historischen Stadthalle in Wuppertal herzlich willkommen und eröffne die Veranstaltung.
90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 43 Versorgungs- und Verkehrsunternehmen treffen sich heute hier um den seit 13 Jahren stattfindenden Erfahrungsaustausch fortzuführen.
Besonders stolz bin ich darauf, das es uns gelungen ist, die SAP – Konferenz im Jahr des Millenium in die Stadt zurückzuholen in der 1988 alles begann. Ich denke, wir haben es auch in diesem Jahr geschafft, ein interessantes Programm mit ausgezeichneten Referenten auf die Beine zu stellen. Nun zum Organisatorischen.
Ich möchte Euch die Personen vorstellen, die in den nächsten Tagen für alle Fragen zur Verfügung stehen:

  • Marion Floßbach – stellvertretende Betriebsratsvorsitzende
  • Günter Wassermann – Betriebsrat und Mitglied des Arbeitskreises, und ich
  • Markus Schlomski – Betriebsrat und ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises

Des weiteren stehen Ihnen und Euch auch alle anderen Arbeitskreismitglieder zur Verfügung. Diese haben ein rotes AK auf Ihren Namensschildern. An dieser Stelle bedanke ich mich bei dem gesamten Arbeitskreis für seine Unterstützung bei der Vorbereitung dieser Konferenz. Die Mitglieder des AK Uwe Herzog, Egon Muthmann und Rolf Nidrich sind Mitglieder des Podiums . Außerdem begrüße ich die beiden heutigen Referenten, Christian Schmidt und Norbert Dreier.
Zur Kaffeepause treffen wir uns im Majolika – Saal Ost um 15.45 Uhr. Heute Abend treffen wir uns um 18.10 Uhr in den Foyers der jeweiligen Hotels und gehen dann zu den nächst gelegenen Schwebebahnhaltestellen, Ihr werdet von Kollegen des BR aus den Hotels abgeholt. Es ist wichtig, das alle pünktlich sind, da wir einen Sonderwagen der Schwebebahn eingesetzt haben der bekannterweise, da es nur eine Schiene gibt, nicht warten kann. Wir fahren dann gemeinsam zur Endhaltestelle Vohwinkel und gehen in die Schwebebahnwerkstatt, die weltweit einmalig ist .Für Euch haben wir uns etwas besonderes ausgedacht, um unsere Stadt, unser Unternehmen und das Bergische Land Euch näher zu bringen. Lasst Euch einfach überraschen. Eins noch, wir befinden uns zwar im Zeitalter des Mobil Commerce, aber für die nächsten Stunden sollten wir die Handys ausschalten. Jetzt übergebe ich zur weiteren Begrüßung das Wort an unsere stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Marion Floßbach.

Marion Floßbach begrüßte alle Anwesenden auf das Allerherzlichste und entschuldigte gleichzeitig den BR – Vorsitzenden, der zur Zeit im Urlaub weilt. Sie gab der Hoffnung Ausdruck, das es wieder eine erfolgreiche und an neuen Erkenntnissen ertragreiche Konferenz wird und alle Anwesenden ihr neu erworbenes Wissen erfolgreich in den heimischen Unternehmen in die Praxis umsetzen können. Außerdem gibt es nichts besseres, als einen interessanten Erfahrungsaustausch untereinander. Auf jeden Betriebsrat in der heutigen Zeit kommen immer schwerere Probleme zu, die man selten im Alleingang lösen könne, sondern nur durch gegenseitige Hilfe bewältigen könne . Zum Abschluss wünschte Sie allen Anwesenden einen angenehmen Aufenthalt in Wuppertal.

Nun war es an der Reihe, dass Rainer Hübner, Arbeitsdirektor der WSW AG alle Anwesenden begrüßte. Er stellte heraus, das es einerseits eine förmliche, jedoch auch eine besinnliche Begrüßung werden sollte.
Seit 1988 sei er Arbeitsdirektor der WSW AG, ohne am Anfang für EDV – Aufgaben zuständig zu sein, doch der Betriebsrat drängte immer wieder, das der Arbeitsdirektor auch die Verantwortung für die IT zu übernehmen habe.
Er begrüßte alle Anwesenden auch im Namen des gesamten Vorstandes der WSW AG noch einmal sehr herzlich.
100 Jahre habe das Unternehmen bei allen schwierigen Bedingungen doch gute Zeiten erlebt und dann kommt so ein Tag im Jahre 1999 mit dem Unglück der Schwebebahn und man ist fassungslos. Nun folgte eine kurze Vorstellung des Unternehmen´s, das pro Tag 75.000 Fahrgäste mit der Schwebebahn befördert, das Ziel sei aber eine Verdopplung. Um das zu erreichen gab und gibt es zahlreiche Um – und Neubauten um die Attraktivität der Schwebebahn zu steigern.
Geplant sei weiterhin der Börsengang, dazu sind schon Expansionen erfolgt, z.B. mit der Abfallwirtschaft. Ab 1999 gibt es dramatische Einbrüche durch die Liberalisierung des Strommarktes. Dem muss mit aller Macht entgegengewirkt werden, im Moment ist das Unternehmen dabei, sich vom Monopolisten zum Dienstleister umzuwandeln. Die Mitbestimmungsrechte insgesamt seien zu zentralistisch, da sich die Zeiten doch sehr geändert haben. Es gibt einen einstimmigen Beschluss im Aufsichtsrat, das die WSW als eigenständiges Kommunales Unternehmen ohne Fremdeinwirkung von externen Anbietern erhalten soll! Man muss sich in der heutigen Zeit mit neuen Instrumentarien beschäftigen und sie auch annehmen, um sich effizient um den Kunden zu bemühen, das geht nur mit IT ! Das moderne Unternehmen darf nicht nur den Strom als Hauptgeschäft betreiben, sondern muss eine breite Palette an Dienstleistungen unter Hilfe von IT anbieten.
Zum Schluss hatte Rainer Hübner noch zwei Überlegungen angestellt. Am 20.11.2000 stand zum Beispiel im Handelsblatt, das laut japanischen Forscher UMTS, trotz fast dreistelliger Milliardenzahlungen schon veraltet sein soll. Wie haben sich Gewerkschaften mit den Problemen der Veränderung der Arbeitsstrukturen und der Entstehung neuer Technologien beschäftigt, diese Frage wird während dieser Konferenz hoffentlich beantwortet!

Nun war es an der Zeit für Rolf Nidrich, einer der beiden Sprecher des AK, den Bericht des SAP –AK für das letzte Jahr vorzutragen. Anschließend appellierte er ans Plenum, ob sich jemand bereit erklären würde im Jahre 2002 die Konferenz auszurichten. 2001 wird die Konferenz durch die Stadtwerke Osnabrück ausgerichtet, wofür sich besonders Rainer Lammers eingesetzt hat!

Nun begann das Referat von Christian Schmidt von der SAP AG zum Thema „SAP – Customer Relationship Management“ auf gut deutsch könnte man auch Kundenbeziehungsgestaltung dazu sagen. Was ist CRM eigentlich? Im Tante Emma – Laden früher gab es erstens die verschiedensten Dinge, man konnte auch meistens ein bisschen plaudern und die Beziehung Verkäufer – Kunde hat gestimmt. Diese persönliche Kundenbeziehung muss heute wieder erreicht werden. Das Konzept des Work places ist, egal ob im Internet, Intranet, überall muss ich meine Informationen bekommen können . Das Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter heute entwickelt sich ja immer mehr zum separatem Arbeitsplatz und zu mehr Individualität. Jeder möchte gern sein persönliches Portal einstellen, was interessiert ( Sport, Börse, usw. )soll sofort abrufbar sein. CRM kann losgelöst von R 2 oder R 3 laufen, es gibt genügend Kunden, die nur so eine Mini – Faktura brauchen. Mit dem Thema CRM hat sich SAP seit ca. 3 ½ Jahren beschäftigt. Kunden und Geschäftspartner „ gammeln “ auf verschiedenen Datenbanken herum, da gibt es natürlich auch unterschiedliche Zugriffsrechte. CRM fasst alle Daten in einem System zusammen, der Enduser muss einen schnellen und einfachen Zugriff auf alle Daten haben. Mit CRM hat SAP zum ersten Male gezielt Marketingaktivitäten als Programm gestaltet. SAP vertritt die Auffassung, das durch CRM im Marketing, Service und Vertrieb Arbeitsplätze geschaffen werden. Durch CRM soll ein Wettbewerbsvorteil geschaffen werden.

Nach einer ersten Kaffeepause referierte Herr Norbert Dreier von nord IT zum Thema „Entwicklung und Einführung eines Geschäftsprozessmanagementsystems“. Am Anfang stand die Frage, wie ordnet man sein Geschäft neu, rationeller, schneller durch neue Technologien? Durch die Zersplitterung des Konzerns wird es immer dringender die Geschäftsabläufe zu optimieren ! In vielen Firmen kommt bei einer Optimierung mehr heraus wenn es die eigenen Leute tun, als wenn man externe Berater beschäftigt! Durch Zerschlagung von Firmen ist es viel schwieriger geworden, die gewünschte Leistung an den Kunden zu bringen. Es kann passieren, das für teures Geld externe Berater über lange Zeit Geschäftsprozesse optimieren und nach Beendigung stellt man fest, das alle Optimierung schon wieder veraltet ist. Bei Projekten der Optimierung sollte immer offen mit den Mitarbeitern geredet werden z.B. über Ausstattung von Stellen, Qualifizierung der Mitarbeiter.

Nun war der erste Tag schon wieder vorüber, aber am Abend gab es noch ein Highlight in der Schwebebahnwerkstatt Vohwinkel. Zwei Künstler gestalteten ein hervorragendes Programm über Leben und Lieben in Elberfeld und Barmen. Erst nach mehreren Zugaben entließ man die zwei Künstler. Zum Programm gab es noch ein exzellentes Abendessen und auch für schöngeistige Getränke war reichlich gesorgt. Dieser wunderbare Abend wird allen in schöner Erinnerung bleiben!

Nachdem Markus Schlomski am Morgen des 22.11. alle herzlich begrüßte und einige organisatorische Informationen übermittelte folgte der Vortrag von Herrn Georg Klother von der Landesanstalt für Arbeitsschutz zum Thema: „Umsetzung der Bildschirmarbeitsverordnung ( BAV) –  Wunsch oder Wirklichkeit?“. Er stellte am Anfang fest, das die BAV nicht einfach auf jeden Arbeitsplatz übergestülpt werden solle, sondern das der Arbeitsplatz separat zu betrachten ist! Bei der Ausstattung eines BAV muss man auch mal überlegen, ob ein Flachbildschirm wirklich überall sein muss oder ob da nicht auch Standesdünkel eine Rolle spielen. Entscheidend ist die vernünftige Auflösung. Dynamisch sitzen ist das A und O (sagt jeder Orthopäde), der Rücken ist ein ganz wichtiger Punkt, ebenso aber eine richtige Beleuchtung. Es kam die erste Frage aus dem Plenum, und zwar wie die Wirklichkeit in den Betrieben aussieht? Herr Klother meinte, das die Umsetzung ein Prozess sei, bei dem die Betriebe durchaus schon einiges gemacht hätten, trotzdem aber manches noch im Argen liegt. Das Gewerbeaufsichtsamt kann nicht in alle Betriebe gehen, der Arbeitgeber und die Personalvertretung muss dafür sorgen, das die BAV ordentlich umgesetzt wird. Die nächste Frage war, ab wann zeitlich gesehen die Kriterien für einen Bildschirmarbeitsplatz gegeben sind? In Holland zum Beispiel sind zwei Stunden Voraussetzung, in Deutschland heißt es, wo ein Arbeitnehmer einen PC braucht um seine Arbeit durchzuführen, ist das ein Bildschirmarbeitsplatz. Außerdem gibt es ein Gerichtsurteil, in dem es heißt, eine Stunde ist die Messlatte, um den Arbeitsplatz als Bildschirmarbeitsplatz anzuerkennen!

Nach einer Kaffeepause war dann Herr Birger Rauschenbach von der SAP AG an der Reihe, um zum Thema „mySAP.com“ zu referieren. Herr Rauschenbach erklärte die Wirkungsweise von mySAP.com. Der Zugriff auf Systeme muß von allen Orten möglich sein (Handy, Laptop, in Hotel´s oder sonstwo)! Es kann mit mySAP.com in R 3 und nicht R 3 – Systemen gearbeitet werden, es ist mehr als ein reiner Internet-Explorer. Da der Bildschirm auf mehrere Fenster aufgesplittet werden kann, macht es Sinn einen 19 – Zoll – Monitor aufzustellen. Enjoy ist ein Portal um alle Systeme zu integrieren und eine Plattform, um mit einem System einen Zugriff auf alle anderen zu haben und miteinander zu arbeiten.

Anmerkung des Protokollanten: Vorteile des Systems befürchte ich, das die zwischenmenschlichen Beziehungen auf der Strecke bleiben und man nur noch mit seinem Computer redet!

Nun war sie tatsächlich schon fast wieder vorbei, die 13. SAP –Konferenz für Betriebs – und Personalräte, bevor aber der Vorhang endgültig niederging, ergriff Rainer Lammers, Betriebsrat der Stadtwerke Osnabrück, das Wort und bedankte sich recht herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen der WSW für die hervorragende Ausrichtung und Betreuung der Konferenz. Er bekräftigte auch, das alle TeilnehmerInnen Werbung für unsere gemeinsame Konferenz machen sollen .Die Einladungen zur nächsten Konferenz in Osnabrück werden rechtzeitig verschickt!

Danach bedankte sich auch Rolf Nidrich, einer der beiden Sprecher des Arbeitskreises, für die beispielhafte Gestaltung der Konferenz durch die WSW! Er stellte Rainer Lammers als neues Mitglied im Arbeitskreis vor und erhielt einstimmig das Votum des Plenums, das der Arbeitskreis in seiner Tätigkeit fortfahren kann. Nach einigen abschließenden Worten von Markus Schlomski endete die Konferenz.

Der Protokollant bedankt sich auch für die hervorragenden Arbeitsbedingungen bei allen Kolleginnen und Kollegen der Wuppertaler Stadtwerke AG!

 

 

 

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